50 Tage nach Go Live der helvetischen Sandbox: Sind Schweizer Unternehmen offen für Open Banking?

Für deutsche Banken ist die Bereitstellung einer XS2A-Schnittstelle nicht immer nur Segen. Doch wie ist die Resonanz auf dem Schweizer Markt?

Nürnberg / Zürich, 16. März 2020 –Während in Europa das Thema „Payment Services Directive 2“ kurz: „PSD2“ heiß diskutiert wird, ist der Schweizer Finanzmarkt von dieser Regulation ausgenommen. Doch wäre der Schweizer Markt dafür offen? Diese Frage stellten sich auch adorsys und das OpenBankingProject.ch. Zusammen wurde eine sogenannten XS2A-Sandbox speziell für den Schweizer Markt entwickelt. Die Testumgebung ging am 23. Januar 2020 live. Doch wurde diese tatsächlich vom Markt angenommen?

In der Schweiz fehlen aktuell etablierte, technologische Standards für Open Banking.

Während Open Banking nicht nur in Europa, sondern auch in der Schweiz stark an Bedeutung gewinnt, hat sich ein Konsortium bestehend aus verschiedenen Projektpartnern gebildet. Ziel ist es die technologische Öffnung des Bankgeschäfts für weitere Anbieter von Finanzdienstleistungen voran zutreiben. Im Rahmen des Projekts wurde eine XS2A-Sandbox inkl. eines Portals entwickelt, die als Test- und Entwicklungsplattform für Banken, Third Party Providern und FinTechs dient. Hier können Entwickler von digitalen Finanzdienstleistungen ihre Apps mit den von der Swiss NextGen API zur Verfügung gestellten Funktionalitäten im Bereich Kontoinformationen und Zahlungsaufträge ergänzen und testen.Die API basiert auf dem offenen Industriestandard NextGenPSD2 der Berlin Group und wurde durch OpenBankingProject.ch auf die in der Schweiz gültigen Spezifikationen adaptiert.Der Zugang ist offen für alle interessierten Unternehmen und Parteien. 

Fazit nach 50 Tagen: 

Bisher sind in weniger als zwei Monaten über 150 Kontaktanfragen proaktiv eingegangen. Fast die Hälfte davon von Third Party Providern, die starkes Interesse an Ecosystemen zeigen und schon früher als gedacht Zertifikate für die Authentifizierung und Nutzung der Sandbox angefordert haben. Tendenz steigend. Dieses Ergebnis ist besser Resonanz ist höher als erwartet und zeigt, dass der Schweizer Finanzmarkt Open Banking als große Chance annimmt.

Wie geht es im OpenBankingProject.ch.weiter?

Ab April wird das Partnerkonsortium und dessen Community die nächste API im Bereich „Bankable Assets“ operationalisieren.

Durch den Open-Source-Ansatz werden die Ergebnisse grundsätzlich allen Unternehmen zugänglich gemacht. Aktuell werden weitere Mitglieder und Partner gesucht, um gemeinsam die Idee des Open Banking in der Schweiz voranzutreiben. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen mitzuwirken und können sich direkt in dem OpenBankingProject.ch einbringen: www.openbankingproject.ch.

„Das Bankensystem, das wir aktuell haben gleicht stellenweise einem System, wie es im Mittelalter existierte. Der Schweizer Markt hat das Potential durch Open Banking erkannt  und kann durch die entstehenden Initiativen neue Maßstäbe setzen.“ René Pongratz – Vice President of Marketing & Sales bei adorsys.